{"id":2946,"date":"2021-10-07T08:32:48","date_gmt":"2021-10-07T06:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/?p=2946"},"modified":"2021-10-13T14:14:08","modified_gmt":"2021-10-13T12:14:08","slug":"der-zigeuner-franz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/2021\/10\/07\/der-zigeuner-franz\/","title":{"rendered":"Der \u201eZigeuner\u201c-Franz"},"content":{"rendered":"<p><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start\" style=\"max-width:104%;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column fusion-animated\" style=\"--awb-bg-color:#ffffff;--awb-bg-color-hover:#ffffff;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-animationType=\"fadeInDown\" data-animationDuration=\"0.7\" data-animationOffset=\"top-into-view\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h2>Der \u201eZigeuner\u201c-Franz<\/h2>\n<\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><p><em>Die NEUE S\u00dcDTIROLER TAGESZEITUNG \u00fcber das Buch \u00fcber Franz Runggatscher (2021)<\/em><\/p>\n<p style=\"color: #000000; font-size: 28px;\" data-fusion-font=\"true\">Ein junger Wirtssohn aus Villn\u00f6ss hat sich 1987 unsterblich in die Tochter eines Sinti-Stammesf\u00fchrers verliebt. Das neue Buch von Artur Oberhofer \u00fcber den \u201eZigeuner\u201c-Franz Runggatscher ist das Protokoll eines Kulturschocks \u2013 mit halbwegs gl\u00fccklichem Ausgang.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:1%;margin-bottom:5%;width:100%;\"><div class=\"fusion-separator-border sep-single sep-dashed\" style=\"--awb-height:20px;--awb-amount:20px;--awb-sep-color:#c6c4c4;border-color:#c6c4c4;border-top-width:1px;\"><\/div><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-3\"><p>Es war an einem sch\u00f6nen Sommertag im Jahr 1987: Franz Runggatscher hatte Zimmerstunde und sa\u00df auf dem Balkon seiner Mini-Wohnung in Schabs.<br \/>\nEr zog an seiner roten Marlboro, genoss die Sonnenstrahlen und ein k\u00fchles Bier.<br \/>\nVon seinem Balkon aus hatte der Koch freie Sicht auf das Gasthaus, in dem sich das Dorfleben abspielte.<br \/>\nAn jenem Tag machte Franz Runggatscher eine Beobachtung, die seine Leben nachhaltig pr\u00e4gen und ver\u00e4ndern sollte. Er sah eine wundersch\u00f6ne Frau, gertenschlank, gro\u00df, dunkler Teint, kohlschwarze Haare.<br \/>\nFranz Runggatscher erinnert sich:<\/p>\n<p><em>\u201eMein Herz klopfte, ich sp\u00fcrte wie die Ohren rot und hei\u00df wurden, ich bekam ein Kribbeln im Magen \u2013 die ber\u00fcmten Schmetterlinge im Bauch! Meine H\u00e4nde waren pl\u00f6tzlich ganz feucht.<\/em><br \/>\n<em>Ich h\u00fcpfte aus meinem klapprigen Liegestuhl, schl\u00fcpfte so schnell ich konnte in die Hose, die neben mir lag, und lief Richtung Dorfkneipe.<\/em><br \/>\n<em>Entt\u00e4uscht musste ich feststellen, dass die Sch\u00f6nheit, die ich von meinem Balkon aus gesehen hatte, bereits fort war. ,So ein Pech!\u2018, dachte ich, denn bei mir hatte wahrlich eine Bombe eingeschlagen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><img class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-2950\" src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"565\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%27565%27%20viewBox%3D%270%200%201200%20565%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%27565%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-200x94.jpg 200w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-300x141.jpg 300w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-400x188.jpg 400w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-600x283.jpg 600w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-768x362.jpg 768w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-800x377.jpg 800w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1-1024x482.jpg 1024w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz1.jpg 1200w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Die sch\u00f6ne Frau war weggefahren \u2013\u00a0in einem Mercedes 500.<br \/>\nEinige Tage sp\u00e4ter war Franz Runggatscher in seinem Kleinwagen unterwegs, als er die sch\u00f6ne Frau in ihrer Luxuskarosse wieder sah.<br \/>\nEr verfolgte den Mercedes 500, hupend und wild gestikulierend.<br \/>\nFranz Runggatscher erz\u00e4hlt weiter:<\/p>\n<p><em>\u201eAuf einmal trat sie auf die Bremse, hielt an, stieg aus ihrem Mercedes 500 und n\u00e4herte sich meinem Wagen. <\/em><br \/>\n<em>Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr meines Kleinwagens und wollte aussteigen. Doch sie streckte ihre rechte Hand aus, dr\u00fcckte sie gegen meine linke Schulter, um mich am Aussteigen zu hindern. Sie blickte mir in die Augen und sagte in einem abf\u00e4lligem Ton: ,Che cosa vuoi da me?\u2018\u201c<\/em><\/p>\n<p>Diese Begegnung der st\u00fcrmischen Art war ein Funkenschlag, der Beginn einer gro\u00dfen Liebe.<br \/>\nZu dem Zeitpunkt ahnte der Villn\u00f6sser Koch allerdings nicht, welch radikale Wendung sein Leben nehmen w\u00fcrde.<br \/>\nDer Grund: Maria, die wundersch\u00f6ne Frau, war die Tochter eines m\u00e4chtigen Sinti-Stammesf\u00fchrers.<br \/>\nDie turbulente und leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen dem Villn\u00f6sser Koch Franz Runggatscher und Maria, der bezaubernden Tochter des Sinti-Stammesf\u00fchrers Sante Adelsburg, ist der rote Faden, der sich durch das neue Buch von TAGESZEITUNG-Chefredakteur Artur Oberhofer zieht.<br \/>\nArtur Oberhofer hat die aufregende und ereignisreiche Geschichte des Ich-Erz\u00e4hlers Franz Runggatscher in Buchform gegossen. Herausgekommen ist eine vielschichtige Lebens- und eine r\u00fchrende und dramatische Liebesgeschichte. Packend und einf\u00fchlsam erz\u00e4hlt, fesselnd wie ein Krimi.<br \/>\nFranz Runggatscher erblickte im Jahr 1957 im malerisch-idyllischen Villn\u00f6sstal das Licht der Welt. Als Sohn des Lamm-Wirtes in St. Peter.<br \/>\nAls Kind erlebte der kleine Franz viel Ablehnung, Kr\u00e4nkung und Liebesentzug.<br \/>\nSein geliebter Vater starb fr\u00fch.<\/p>\n<p><img class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-2948\" src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"583\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%27583%27%20viewBox%3D%270%200%201200%20583%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%27583%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-200x97.jpg 200w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-400x194.jpg 400w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-600x292.jpg 600w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-768x373.jpg 768w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-800x389.jpg 800w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650-1024x497.jpg 1024w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210325_101650.jpg 1200w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Der kleine Franz fl\u00fcchtete aus dem Sch\u00fclerheim. Er lehnte sich gegen alles auf, was er als ungerecht empfand.<br \/>\nEr jobbte als Kochlehrling, weil seine Mutter das so wollte. Er selbst h\u00e4tte eigentlich lieber Schlagzeuger werden wollen.<br \/>\nIm Hotel Greif wurde er gemobbt, weil er dem Chefkoch die Geliebte ausspannte.<br \/>\nDass die Geliebte des Chefkochs, mit der sich der Kochlehrling aus Villn\u00f6ss vergn\u00fcgte, ausgerechnet in der ersten Liebesnacht einen Scheidenkrampf erlitt (und der Kochlehrling und seine Bettgespielin von den Rettungssanit\u00e4tern des Wei\u00dfen Kreuzes wieder voneinander \u201egetrennt\u201c werden mussten), geh\u00f6rt zu den heiteren Anekdoten aus Franz Runggatschers Leben.<br \/>\nDen jungen Wilden zog es in die weite Welt. Aus dem aufm\u00fcpfigen Wirtssohn wurde ein Hippie, Lebensk\u00fcnstler, Frauenheld \u2013\u00a0und \u201eZigeuner\u201c.<br \/>\nIn dem Buch \u201eDer ,Zigeuner\u2018-Franz\u201c erz\u00e4hlt Franz Runggatscher, wie er als unbedarfter Koch \u2013\u00a0und aus Liebe! \u2013 in die gleichwohl geheimnisvolle wie faszinierende Welt der Sinti eingetaucht ist. Es war dies eine Welt, die der junge Villn\u00f6sser selbst nur aus \u00fcberlieferten Klischees kannte.<br \/>\nAuch ahnte der junge Mann nicht, wie h\u00fcrdenreich der Weg sein w\u00fcrde, den er zur\u00fccklegen musste, um mit der Frau seines Lebens zusammenleben und eine Familie gr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Kampf um Maria, die wundersch\u00f6ne Tochter des Sinti-Stammesf\u00fchrer, riskierte Franz Runggatscher sein eigenes Leben.<br \/>\nIn der komplexen Beziehungsgeschichte geht es um Morddrohungen, Kindsentf\u00fchrungen, um waghalsige Fluchten und um lebensgef\u00e4hrliche Versteckspiele. Und es geht um das Durchbrechen gesellschaftlicher Normen, um einen Grenzgang zwischen zwei Kulturen.<br \/>\nF\u00fcr die Villn\u00f6sser Talgemeinschaft war der Umstand, dass der Sohn des Dorfwirtes sich ausgerechnet eine \u201eZigeunerin\u201c zur Frau nimmt, ein Sakrileg.<br \/>\nEin waschechter Villn\u00f6sser, ein S\u00fcdtiroler als Sinti? Eine Schande!<br \/>\nF\u00fcr seine Villn\u00f6sser Landsleute war Franz Runggatscher, der Sohn des \u201eLampl\u201c-Wirts, fortan der \u201eZigeuner\u201c-Franz. Und ist es bis heute geblieben.<br \/>\nIm Nachhinein hat Franz Runggatscher sogar Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Unverst\u00e4ndnis seiner Landsleute. Tief in seinem Innersten, so bekennt ranz Runggatscher, habe er das kollektive Entsetzen in Villn\u00f6ss in Bezug auf seinen \u201eungeheuerlichen\u201c Lebenswandel sogar nachvollziehen k\u00f6nnen.<br \/>\n\u201eMein ,Zigeuner\u2018-Sein war in den Augen der Villn\u00f6sser \u2013\u00a0und nicht nur! \u2013 ein gesellschaftlicher Tabubruch\u201c, res\u00fcmiert er.<br \/>\nDas Villn\u00f6sstal sei damals ein vom Katholizismus und vom Misstrauen gegen\u00fcber allem Neuen und allem Fremden gepr\u00e4gtes, von hohen und sch\u00fctzenden Bergen umgebenes Tal gewesen. \u201eEin gro\u00dfer geschlossener Hof.\u201c<br \/>\nUnd er selbst, so erz\u00e4hlt Franz Runggatscher, sei mit den Vorurteilen Klischees gegen die \u201eb\u00f6sen Zigeuner\u201c aufgewachsen.<br \/>\nF\u00fcr viele Menschen seien die \u201eZigeuner\u201c ziehende Gauner, ein fahrendes Volk, schmutzige Bettler und Diebe, die die W\u00e4sche von der Leine und manchmal sogar Kinder stehlen.<\/p>\n<p><img class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-2949\" src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"614\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271200%27%20height%3D%27614%27%20viewBox%3D%270%200%201200%20614%27%3E%3Crect%20width%3D%271200%27%20height%3D%27614%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-200x102.jpg 200w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-300x154.jpg 300w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-400x205.jpg 400w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-600x307.jpg 600w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-768x393.jpg 768w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-800x409.jpg 800w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2-1024x524.jpg 1024w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/franz2.jpg 1200w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Was bei ihm vielleicht anders gewesen sei: Er sei von Natur aus kein \u00e4ngstlicher Mensch und eher ein Fatalist. \u201eIn mir haben die ,Zigeuner\u2018 von Beginn an immer mehr Faszination als Verachtung ausgel\u00f6st, mehr Misstrauen als Ablehnung.\u201c<br \/>\nAber auch sein \u201eZigeuner\u201c-Bild sei gespeist gewesen von Vorurteilen und \u00fcberlieferten Klischees wie Faulheit, Heimatlosigkeit und Kriminalit\u00e4t. \u201eBei mir\u201c, so Franz Runggatscher, \u201eschwangen aber immer auch eine Art heimliche Bewunderung und Abenteuerlust mit, in meinen Gedanken \u00fcberwogen die positiven Bilder wie das freie und lustige ,Zigeuner\u2018-Leben, die sexuelle Freiz\u00fcgigkeit oder das temperamentvolle Tanzen und Singen, also das von den Normen der Mehrheitsgesellschaft abweichende Verhalten, das ich mit den ,Zigeunern\u2018 und deren Lebensphilosophie verband.\u201c<br \/>\nIn jedem Fall: Aus dem nicht immer einfachen und zumal recht wuchtigen Zusammenprall zweier Kulturen, aus dieser turbulenten und starken Liebesbeziehung zwischen dem Villn\u00f6sser Wirtssohn und Koch und Maria, der Tochter des einflussreichen Sinti-Anf\u00fchrers, gingen vier Kinder hervor.<br \/>\nDas Buch \u00fcber das Leben und die Lieben des Franz Runggatscher ist nicht nur die spannende Chronik einer \u201eunm\u00f6glichen\u201c Liebesbeziehung, sondern der erste authentische Erfahrungsbericht eines weltoffenen S\u00fcdtirolers, der in eine ihm v\u00f6llig unbekannte Welt eingetaucht ist \u2013 und daf\u00fcr viele Opfer gebracht hat. Und dem das Schicksal \u00fcbel mitgespielt hat. Denn eines der vier Kinder, die kleine Edith, ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Im zarten Alten von vier Jahren.<br \/>\nAm Tod der kleinen Edith w\u00e4re Franz Runggatscher, der bei dem Unfall selbst schwerste Verletzungen erlitt, fast zerbrochen. An jenem tragischen Tag war er n\u00e4mlich in einem Leihwagen unterwegs \u2013 und hatte vergessen, den Kindersitz zu montieren.<br \/>\nEs gibt in dem Buch auch Herzzerei\u00dfendes: So erz\u00e4hlt Franz Runggatscher vom allerersten Zusammentreffen von Maria mit ihrer leiblichen Mutter.<br \/>\nDer Hintergrund: Sinti-Stammesf\u00fchrer Sante Adelsburg hatte kurz nach der Geburt seiner Tochter Maria wegen eines (Eifersuchts-)Mordes eine lange Haftstrafe antreten m\u00fcssen, Maria wurde der leiblichen Mutter weggenommen.<br \/>\nSie wuchs bei ihren Gro\u00dfeltern v\u00e4terlicherseits auf \u2013 bis ihr Vater Sante nach 20 Jahren Gef\u00e4ngnis wieder freikam.<br \/>\nFranz Runggatscher hat in diesem Buch kein scheinheiliges und auch kein besch\u00f6nigendes Bild \u00fcber die Sinti und \u00fcber sein \u201eZigeuner\u201c-Leben zeichnen wollen. \u201eIch bin kein Sozialromantiker\u201c, sagt Runggatscher, \u201eich wollte einfach nur ehrlich sein.\u201c<\/p>\n<p><img class=\"lazyload alignnone size-medium wp-image-2947\" src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-208x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27208%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20208%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27208%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-200x288.jpg 200w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-400x576.jpg 400w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-600x864.jpg 600w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-711x1024.jpg 711w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-768x1106.jpg 768w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-800x1152.jpg 800w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702-1067x1536.jpg 1067w, https:\/\/www.editionarob.com\/20\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20210222_143702.jpg 1200w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/p>\n<p>Was bleibt als Fazit?<br \/>\n\u201eIch w\u00fcrde mir nie anma\u00dfen, \u00fcber ein Volk zu urteilen oder \u00fcber eine gesamte Kultur- oder Glaubensgemeinschaft den Stab zu brechen\u201c, sagt Franz Runggatscher. Er habe in seinem \u201eZigeuner\u201c-Leben edle Tugenden wie den ausgepr\u00e4gten Gemeinschaftssinn und bedingungslose Solidarit\u00e4t erlebt. Aber auch Kaltherzigkeit und Gewalt, die Unterdr\u00fcckung der Frauen. \u201eUnd ganz schlimm war f\u00fcr mich mitzuerleben, wie den ,Zigeuner\u2018-Kindern die Kindheit geraubt wird.\u201c<br \/>\nDie traurigen Kinderaugen werde er nie vergessen!<br \/>\nIn seinem Fall sei es die gro\u00dfe Liebe zu einer Frau gewesen, die ihm die T\u00fcr zu einer neuen Welt aufgesto\u00dfen habe. \u201eIch habe ein stolzes, lebensfreudiges, freiheitsliebendes Volk kennengelernt, aber auch ein Volk, das einen permanenten \u00dcberlebenskampf ausficht. Auch finanziell, \u00f6konomisch. Es gibt die, die sich perfekt integriert haben. Es gibt die, die als Wanderh\u00e4ndler, Autoh\u00e4ndler oder Tagel\u00f6hner arbeiten. Und es gibt die, die ihren Lebensunterhalt mit den Einnahmen aus krummen Gesch\u00e4ften bestreiten.\u201c<br \/>\nDie krummen Dinge, die er selbst geliefert hat \u2013 darunter den genialen Raub eines Diamanten \u2013, schildert Franz Runggatscher nat\u00fcrlich auch.<br \/>\nWas bleibt als Fazit? Wie ordnet Franz Runggatscher seine Lebenserfahrungen heute ein?<br \/>\nFranz Runggatscher \u00fcberlegt kurz. Dann sagt er bestimmt: \u201eHeute wei\u00df ich: Einer der Ihren zu werden, ist nicht leicht. Nein, es ist unm\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-bottom:3%;width:100%;\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:10px;--awb-padding-right:3%;--awb-padding-bottom:10px;--awb-padding-left:3%;--awb-margin-top:1px;--awb-margin-bottom:0px;--awb-background-image:linear-gradient(180deg, rgba(255,255,255,0) 0%,#000000 100%);\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-stretch fusion-flex-justify-content-center\" style=\"max-width:104%;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column 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Doch als sich Franz Runggatscher 1987 in die bildh\u00fcbsche Maria verliebt, ahnt er nicht, welch radikale Wendung sein Leben nehmen w\u00fcrde. Maria ist die Tochter eines m\u00e4chtigen Sinti-Stammesf\u00fchrers. Morddrohungen, Kindsentf\u00fchrungen, waghalsige Fluchten und lebensgef\u00e4hrliche Versteckspiele: Franz Runggatscher erz\u00e4hlt in diesem Buch, wie er um die Frau seines Lebens gek\u00e4mpft hat \u2013 und wie er in die gleichwohl geheimnisvolle wie faszinierende Welt der Sinti eingetaucht ist. Eine Welt, die er selbst nur aus \u00fcberlieferten Klischees kannte. F\u00fcr seine Villn\u00f6sser Landsleute war Franz Runggatscher, der Sohn des \u201eLampl\u201c-Wirts in St. Peter, fortan der \u201eZigeuner-Franz\u201c. In dieser aufregenden Lebensgeschichte geht es um Liebe und Kr\u00e4nkung, um Leidenschaft und Eifersucht. Um Vorurteile. Um Schuldgef\u00fchle nach dem Tod eines geliebten Menschen. Aber auch um das Hinfallen, Aufstehen, Krone richten und Weitergehen.<br \/>\nEine turbulente Lebens- und eine r\u00fchrende Liebesgeschichte, packend und einf\u00fchlsam erz\u00e4hlt, fesselnd wie ein Krimi.<\/span><\/p>\n<p>ISBN 978-88-88396-33-0<br \/>\n270 Seiten<br \/>\nPreis Italien: Euro 24,90<br \/>\nPreis Ausland (D-A-CH): Euro 25,90<\/p>\n<\/div><div style=\"text-align:left;\"><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/www.editionarob.com\/20\/bestellung\"><span class=\"fusion-button-text\">Bestellung<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:10px;margin-bottom:10px;width:100%;\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein junger Wirtssohn aus Villn\u00f6ss hat sich 1987 unsterblich in die Tochter eines Sinti-Stammesf\u00fchrers verliebt. 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